Über die vietnamesische Sprache

Zur Geschichte

Die vietnamesische Sprache ist die Muttersprache von weit über 90 Millionen Menschen. Vietnamesisch gehört innerhalb der austroasiatischen Sprachfamilie zu den Mon-Khmer-Sprachen. Obwohl die Sprache nicht mit dem Chinesischen verwandt ist, ist ein Großteil des Wortschatzes auf Wörter chinesischen Ursprungs zurückzuführen. Dies lässt sich aus einem 1000 Jahre anhaltenden Einfluss politischer Dominanz durch die Chinesen in der Geschichte Vietnams erklären.

Der Einfluss aus Europa durch Missionare und die Kolonialisierung durch die Franzosen führten zu weiteren Lehnwörtern in der vietnamesischen Sprache. Die chinesischen Schriftzeichen wurden jedoch erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts durch eine romanisierte Schriftform unter der Führung der französischen Kolonialverwaltung offiziell abgelöst.

Die verschiedenen Dialekte

Die vietnamesische Sprache kann grob in drei verschiedene Dialekte unterschieden werden, den Dialekt des Nordens (Hanoi-Dialekt), Zentralvietnams (Huế-Dialekt) und des Südens (Saigon-Dialekt), wobei Nord- und Südvietnamesisch die vorherrschenden Dialekte sind.

Der Unterschied spiegelt sich nicht in der Grammatik wider, sondern ist lediglich auf die Aussprache und die vereinzelt abweichende Verwendung von Wörtern beschränkt.

Welchen dieser Dialekte Du nun lernen möchtest ist ein wenig Geschmacksache. Dabei kommt es mitunter darauf an was Du mit der Sprache vorhast. Willst Du vorrangig im Mekongdelta des Südens und in der Gegend um Ho-Chi-Minh-City herumreisen, solltest Du Dir den Saigon-Dialekt aneignen. Möchtest Du eher in den Norden Vietnams und in die Gegend um die Hauptstadt, befasse Dich lieber mit dem Hanoi-Dialekt.

Ein Vorteil des Hanoi-Dialekts ist seine Verwendung als Amtssprache, die auf den Grundlagen dieses Dialekts basiert. Zudem überwiegt sein Einfluss sowohl in den digitalen Medien als auch in der Literatur.

Obwohl ich mit dem Saigon-Dialekt als zweite Muttersprache aufgewachsen bin, möchte ich persönlich keinem der beiden Dialekte den Vorzug geben. Die Entscheidung liegt also ganz allein bei Dir. Unabhängig davon, für welchen Dialekt Du Dich entscheidest, solltest Du trotzdem die Unterschiede ein wenig kennen.

Die Grammatik

Vietnamesisch ist eine Sprache, deren Wörter zum überwiegenden Teil einsilbig sind. Die Form der Wörter ist dabei unveränderlich, das heißt sie unterliegen keiner Beugung (Deklination, Konjugation). In Sätzen wird die grammatikalische Funktion der Wörter durch ihre Stellung im Satz verdeutlicht.

Die Grammatik der Sprache ist sehr überschaubar, wodurch Vietnamesisch im Grunde genommen leicht zu erlernen ist. Da Vietnamesisch zu den tonalen Sprachen gehört, erschwert lediglich die für unsere Verhältnisse ungewohnte Verwendung von Tönen als essentieller Bestandteil von Wörtern den Lernprozess. Eine erste Verständigung ist schon mit wenigen Worten möglich.

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